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Mittwoch, 16. November 2011

Hähnchenmast-Skandal

Düsseldorf. Der für Menschen riskante Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ist einer aktuellen Studie zufolge in der Hähnchenzucht die Regel. Bei einer Untersuchung fast aller Hähnchenmastbestände in Nordrhein-Westfalen entdeckten Gutachter, dass über 96 Prozent der Tiere mit Antibiotika behandelt worden waren. Das berichtete Nordrhein-Westfalens Verbraucher-schutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf. Seinen Angaben zufolge ist das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten das erste in Deutschland, das den Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast systematisch untersucht hat. Das Ausmaß sei alarmierend.
Gerüchten zur Folge gab Heino umgehend ein rohes Hähnchen zurück, dass er sich vom Erlös der Bambiversteigerung geleistet hatte.

Samstag, 21. Februar 2009

Wirtschaftskrise errreicht Zahnärzte

NEU-ULM. Geld oder Zähne: Weil eine Frau in Bayern einen Restbetrag von rund 700 Euro für die Prothese nicht bezahlt hatte, holte sich ihr Zahnarzt die künstlichen Beißer rabiat zurück. Er überrumpelte die Patientin zu Hause bei Neu-Ulm, presste ihr die Wangen zusammen, riss ihr blitzschnell die Prothese aus dem Mund und ging wortlos.

Zuvor hatte er sich Zugang zur Wohnung verschafft, indem er sich als Polizist ausgab. Gestern wurde der Mediziner vom Amtsgericht Neu-Ulm wegen Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Der Angeklagte hatte die Tat zugegeben. (dpa)

Mittwoch, 28. November 2007

Neues aus Afghanistan - Opium statt Kinderkrippe

Ein Hund bellt, eine Kuh und ein paar Schafe gehören auch zum Haus. Und eine Menge Kinder. Die älteren helfen bei der beschwerlichen Arbeit des Teppichknüpfens, die kleinen im Alter zwischen einem Monat und einem Jahr schlafen friedlich ­ dank einer kleinen Dosis Opium.
"Es ist ganz normal hier, kleinen Kindern Opium zu geben, damit sie uns nicht bei unserer Arbeit stören", sagt Nasira, eine der Teppichknüpferinnen. Die 28-Jährige und die anderen Frauen haben ihre Burkas übergezogen, weil fremde Männer zu Besuch sind. Die Frauen arbeiten den ganzen Tag an den Teppichen. Die meisten Familien hier im Bezirk Daulat Abad in der Provinz Balch nahe der Grenze zu Turkmenistan und Usbekistan verdienen ihr Geld mit dem Knüpfen. Nach vier Monaten wird der Teppich, an dem die Frauen im Hof gerade arbeiten, fertig sein. Die 400 Euro, die sie dafür bekommen, müssen sie sich teilen.
Das Opium macht die Säuglinge oft für ihr Leben lang abhängig. Ein Drittel der Opiumsüchtigen des Landes lebt laut einer UN-Statistik von 2005 im Norden Afghanistans. Das Land ist weltweit der größte Produzent für die Droge, aus der auch Heroin hergestellt wird.
Auch der Mann einer der Teppichknüpferinnen wurde schon im Alter von wenigen Monaten von seiner Mutter mit Opium ruhig gestellt, während sie Teppiche knüpfte. "Als ich ein Baby war, gab mir meine Mutter Opium", sagt Aka Murat. "Mit etwa zwei Jahren dann war ich bereits daran gewöhnt, Opium zu nehmen.
Wenn ich heute nicht zwei Mal am Tag Opium bekomme, habe ich Schmerzen und benehme mich wie ein Verrückter", erzählt der 40-Jährige, der in seinem Laden Kleidung verkauft. Das Opium für die Familie verschlingt etwa die Hälfte seines Einkommens. "Um Opium zu kaufen, geben wir jeden Tag 300 Afghani (rund vier Euro) aus", rechnet Murat vor.
Die lebenslange Abhängigkeit könnte leicht verhindert werden. "Wenn wir einen Kindergarten hätten, bräuchten wir unseren Kindern kein Opium zu geben und auch kein Geld dafür auszugeben", sagt Nasira. "Und ich bin mir sicher, dass in zehn Jahren dann niemand mehr hier Opium nehmen würde."
In Masar-i-Scharif, der 50 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt, gibt es Kinderkrippen, im Bezirk Daulat Abad jedoch keine einzige. "In den nächsten fünf Jahren wollen wir vier Kindergärten bauen, einen davon in Daulat Abad", sagt die Chefin der Provinzbehörde für Arbeit und Soziales, Fausia Hamidi.
Die Versuche der afghanischen Regierung, den Drogenanbau mit Hilfe Großbritanniens und der USA in den Griff zu bekommen, sind gescheitert. In diesem Jahr produzierte Afghanistan nach Angaben der UNO 8200 Tonnen Opium, das sind 34 Prozent mehr als 2006. Die Provinz Balch hingegen zählt laut dem Bericht inzwischen zu den 13 Provinzen, in denen offiziell kein Opium mehr angebaut wird. Während der Preis für Opium in Afghanistan aufgrund der höheren Produktion gefallen ist, stieg er in Balch. Statt 2500 Afghani (36 Euro) kostet ein Kilo der Droge dort inzwischen bis zu 4000 Afghani. "Noch vor zwei Jahren baute hier jeder auf seinem Land Opium an und der Preis war entsprechend niedrig. Man bekam es überall", sagt der 46-jährige Bauer Schajemardan Kol, der früher selbst Opium für den Eigenbedarf pflanzte. "Jetzt ist der Preis gestiegen und wir müssen sogar suchen, um überhaupt welches zu bekommen."

Donnerstag, 23. August 2007

Organspende in Deutschland

(08.06.2007/ aktualisiert am 23.08.2007)
Mit dem Thema beschäftigte sich auch die Sendung MONITOR im WDR. Hier gehts zum Web-TV-Beitrag...

1) Wie und wo ist in Deutschland die Organspende geregelt?

2) Wie groß ist in Deutschland der Bedarf an welchen Organen?

3) Sollte die in Deutschland bestehende Organspendepraxis geändert werden?

4) Würdest du deine Organe spenden? Begründe deine Entscheidung!


zu 1)
Das Transplantationsgesetz (TPG) regelt seit 1997 in der Bundesrepublik Deutschland die Zulässigkeit von Organspenden, sowohl beim Lebenden als auch beim Verstorbenen. Es gilt die erweiterte Zustimmungslösung, d.h., ohne Zustimmung des Spenders oder der nächsten Familienangehörigen (im Falle des Hirntodes) ist eine Organentnahme nicht zulässig.

Zu den einzelnen Bestimmugnen auf diesen Link klicken!

zu 2)
Routinemäßig übertragen werden heute Niere, Leber, Herz, Lunge, Dünndarm und die Bauchspeicheldrüse. Für keins dieser Organe stehen genug Spender zur Verfügung (Daten für Deutschland, 2006, Quelle: Eurotransplant).

Niere
: Bedarf: 8242, transplantiert: 2257, Erfolgsquote[3]: 95 %/70 %

Leber: Bedarf: 1799, transplantiert: 854 [4], Erfolgsquote: 80 %/80 %

Herz: Bedarf: 756, transplantiert: 377, Erfolgsquote: 80 %/70 %
Laut Eurotransplant sterben etwa 20 % der Personen auf der Warteliste, bevor ein Spenderherz zur Verfügung steht.

Bauchspeicheldrüse: Bedarf: 188, transplantiert: 149 [5], Erfolgsquote: <40-80>

Lunge: Bedarf: 479, transplantiert: 435, Erfolgsquote: >70 %/50 %

Dünndarm: Bedarf: keine Daten, transplantiert: etwa 150 (2006, Quelle: DSO). Laut Eurotransplant wird die Erfolgsquote gerade in einer Studie ermittelt. Wirklich toll ist sie anscheinend nicht; schwere Komplikationen, besonders Infektionen, scheinen häufig aufzutreten. Nach fünf Jahren leben noch 30 % der Patienten.

Andere Organe wie die Hornhaut des Auges werden wesentlich seltener übertragen.


Die gemeinnützige Stiftung Eurotransplant (www.eurotransplant.nl) ist seit 1967 für die Vermittlung aller Organe zuständig, die in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und – seit dem Jahr 2000 – in Slowenien verstorbenen Menschen zum Zwecke der Transplantation entnommen werden. Seit Mai 2006 ist auch Kroatien Mitgliedsland bei Eurotransplant. Die Zusammenarbeit startet zunächst mit ausgewählten Patientengruppen (Kinder, Patienten, die akut ein neues Organ benötigen, Empfängern, die aus immunologischen Gründen geringe Chancen haben, ein passendes Organ zu erhalten).

Bei Eurotransplant sind alle Patienten der Mitgliedsländer registriert, die auf eine Niere, Leber, Herz, Lunge oder Pankreas warten. Derzeit sind dies insgesamt etwa 15.000 Menschen. Durch den Zusammenschluss dieser Länder haben die Patienten größere Chancen, ein immunologisch passendes Organ zu bekommen oder – in dringenden Fällen – sehr schnell transplantiert zu werden.

Die Spenderorgane werden nach festgelegten Kriterien an die Wartelisten-Patienten vergeben. Die Vermittlungskriterien sind für die einzelnen Organe unterschiedlich. Im Vordergrund stehen Verträglichkeit, Erfolgsaussicht, Wartezeit und Dringlichkeit. Die Bundesärztekammer hat gemäß dem Transplantationsgesetz hierzu Richtlinien für die Organvermittlung erlassen.