Samstag, 26. Juni 2010

Zu viel "Verständnis"

Bielefeld. Seit Donnerstag sind 10 Häftlinge im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede im Hungerstreik. Die Russlanddeutschen fordern die Ablösung eines russisch sprechenden Justizvollzugsbeamten. Der Grund: der Mann hatte zu viel "Verständnis" gezeigt und die Anstaltsleitung über Streitigkeiten zwischen verfeindeten russischen Gruppen informiert. Der Beamte hatte üble Beleidigungen übersetzt, die bei dem Streit gefallen waren. Daraufhin war einer der Wortführer für seine Äußerungen von der Gefängnisleitung bestraft worden.
Wie JVA-Leiter Robert Dammann angibt, ist dies bereits der vierte Hungerstreik von Häftlingen im Hochsicherheitstrakt in diesem Jahr. Die bisherigen Hungerstreiks seien meist nach kurzer Zeit beendet worden.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Computersüchtige Eltern lassen Baby verhungern

In Südkorea wurde ein Paar zu Haftstrafen verurteilt, weil sie ihre drei Monate alte Tochter verhungern ließen, während sie sich im Internetcafé um ein virtuelles Baby gekümmert hatten.
Das Bezirksgericht in der Stadt Suwon, südlich der Hauptstadt Soul, verurteilte den 41 Jahre alten Vater und die 25-jährige Mutter wegen fahrlässiger Tötung zu jeweils zwei Jahren Haft, berichtet die "Huffington Post". Da die Frau schwanger ist, wurde ihre Strafe vorerst ausgesetzt.
Was war passiert: Das südkoreanische Paar verbrachte seine meiste Zeit in einem Internetcafé um dort "virtuelle Familie" zu spielen. Das Computerspiel zog die Eltern so sehr in ihren Bann, dass sie sich kaum noch um ihre Tochter kümmerten, obwohl diese als Frühgeburt besonders viel Pflege gebraucht hätte. Wenn das Kind schrie, wurde es von dem computersüchtigen Paar sogar noch geschlagen, zitiert die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Richter.
Der Fall erregte in Südkorea auch deswegen die Gemüter, nachdem vorher schon mindestens zwei junge Männer nach pausenlosem Computerspielen gestorben sind. Die Regierung verschärfte daraufhin im April die Gesetze. So müssen sich ab September Computerspiele nach einer gewissen Zeit selbst abschalten. Schätzungen gehen davon aus, dass in Südkorea über zwei Millionen Menschen Computersüchtig sind.

Freitag, 21. Mai 2010

Schüler erpressen von Zehnjährigem 17.000 Euro

Aalen/Neresheim - Die Erpressung zog sich ersten Erkenntnissen zufolge seit Anfang März hin: Mehrere Schüler aus Aalen und dem Raum Neresheim in Baden-Württemberg sollen von einem Zehnjährigen insgesamt 17.000 Euro aus dem Barvermögen der Eltern erpresst haben. Hauptverdächtiger ist ein Zwölfjähriger, der im selben Ort wohnt wie das Opfer. Er stehe im Verdacht, unter Gewaltandrohung das meiste Geld erzwungen zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Aalen mit. Der Junge soll dem Zehnjährigen gedroht haben, sein als gewalttätig bekannter älterer Bruder werde ihn verprügeln, wenn er kein Geld beschaffe.

Sonntag, 16. Mai 2010

"Ein-Topf" für förderbedürftige Schüler

OBERBERG. Immer mehr Schulabgänger verschwinden in Oberberg nach der Schule ohne anschließende berufliche oder schulische Ausbildung. Allein 234 Jugendliche verließen im Jahr 2008 die oberbergischen Schulen ohne Hauptschulabschluss. "Die sind dann ganz einfach weg", formulierte Dirk Jäckel von der Regionalagentur Köln es drastisch.
Jäckel erläuterte dem Kreisschulausschuss das Modellvorhaben "Ein-Topf", bei dem förderbedürftige Schüler bereits in der achten Klasse identifiziert und bei der Berufsvorbereitung unterstützt werden. "Wir kümmern uns gezielt um die, bei denen es Anzeichen dafür gibt, dass sie den Schulabschluss nicht schaffen." Die 166 000 Euro Eigenanteil, die der Kreis für die ersten 18 Monate aufbringen muss, nannte Sozialdezernent Dr. Jorg Nürmberger ausdrücklich "relativ günstig im Vergleich zu den möglichen Folgekosten" an späterer Sozialhilfe. Das Land NRW würde rund 260 000 Euro an Fördermitteln zuschießen. Laut Vorschlag der Kreisverwaltung soll "Ein-Topf" in die Oberbergische Koordinierungsstelle Ausbildung eingebunden werden, um vorhandene Strukturen nutzen zu können.